Der Samariterbund in der Großen Stadtgutgasse im 2. Bezirk bietet seit fünf Jahren unentgeltliche Lernhilfe für Kinder von sechs bis 14 Jahren aus finanziell schwachen Familien an. Diese kommen derzeit größtenteils aus der Türkei und aus Afghanistan.

Die Kinder, die für Lernhilfe aufgenommen wurden, können zweimal pro Woche für je zwei Stunden kommen. Die Zeit von 13 bis 15 Uhr ist für Volksschulkinder reserviert, von 15 bis 17 Uhr für NMS und Gymnasien. Den Kindern wird bei den Hausaufgaben geholfen und zur Vertiefung in Gruppen geübt. Pro Einheit können zehn Kinder mitmachen. Dabei soll der Spaßfaktor nicht fehlen – es werden spielerische Lernsituationen geschaffen. So sind die meisten sehr motiviert, viele kommen über mehrere Jahre. Seit Beginn des Lern LEO hat keines der zehn bis 14-Jährigen eine Klasse wiederholt. Neben den drei Angestellten des Samariterbundes arbeiten ehrenamtliche MitarbeiterInnen mit den Kindern.

Die Freitage sind für Basteln, Workshops und Ausflüge reserviert. Als wir das Projekt am 16. Juni besuchen, ist einer der Ausflüge angesagt, für die der Samariterbund vom Spendenparlament Unterstützung bekommen hat.

Einige Kinder sind schon da, sitzen auf dem Boden oder an kleinen Tischen und sind mit Brettspielen beschäftigt. Die Ankommenden begrüßen die Betreuerinnen mit einer Umarmung. „Ich bin vielleicht nicht objektiv,“ meint Frau Greifeneder „aber sie sind besonders lieb.“ Das finden wir auch. Es fällt uns auf, dass die Kinder auch untereinander einen sehr netten, ja liebevollen Umgang haben. Das Lernen und Üben in Gruppen führt nicht nur zu schulischen Erfolgen, sondern auch zu herzlichen Beziehungen zwischen allen Beteiligten, was sich sicher auf das künftige Leben der Kinder positiv auswirken wird.

Als alle zwölf da sind, machen wir uns auf den Weg zum Indoorspielplatz Family Fun. Wir müssen mit der U-Bahn fahren und dann noch mit einem Bus. Alles verläuft reibungslos, die Kinder sind so vernünftig, dass sie kein einziges Mal ermahnt werden müssen. Es fällt kein lautes Wort.

Den Indoor-Spielplatz kennen sie schon. Sie ziehen ihre Schuhe und Jacken aus und verräumen sie in den bereitgestellten Körben. Die Handys übernehmen die Betreuerinnen. Jetzt kann es losgehen! Sie strömen aus zu den Luftburgen, Rutschen, Trampolinen, Kletterwänden, einem Rodeo-Bullen… und haben sichtlich viel Spaß. Es ist eine Freude, sie zu beobachten.

Als es nach ca zwei Stunden aufbrechen heißt, gibt es keine Proteste. Zufrieden essen sie alle ihr Eis, das sie zum Abschluss bekommen haben. Ihre Zugen werden davon dunkelblau oder giftgrün, worüber wir dann auf dem Heimweg lachen.

„Was hat dir am besten gefallen?“ fragen wir Dilara. „Alles!“ antwortet sie strahlend.

Das Wiener Spendenparlament hat Lern-LEO für die Freitagsaktivitäten mit € 3.390,- unterstützt.