Einmal mehr zeigt sich, dass Fußball Lebenshilfe sein kann. Ein Sport, der Menschen zusammenführt, der nicht nur körperlich sondern auch mental fordert und Teamgeist verlangt. Sich solchen Herausforderungen zu stellen ist besonders wichtig für Menschen wie Flüchtlinge/Asylwerber, die in großer Unsicherheit leben und zur Untätigkeit verurteilt sind. Die regelmäßigen Treffen zu Training und Spiel führen aus der Isolation, bringen Abwechslung und eine gewisse Struktur in ihren eintönigen Alltag.

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Am 16. 5. hatten wir Gelegenheit, beim Startspiel der Afrika Liga auf dem Platz des ASKÖ auf der Schmelz dabei zu sein.

Frau Omoregie, eine engagierte Krankenschwester, ist die Obfrau der Afrika Liga und Initiatorin des Vereins Schmetterling. Auf der Zuschauerbank konnten wir uns während des Spiels ausführlich mit ihr unterhalten.
Frau „Schmetterling“, wie sie von ihren Schützlingen liebevoll genannt wird, erzählte uns, dass der Verein durch unsere Unterstützung nun Platzgebühr zahlen kann.  Die Spieler trainieren auf dem ASKÖ Platz / Schmelz und sind froh, ein „zu Hause“ zu haben.

Teilweise musste für die Spieler Schuhwerk angeschafft werden, Startgelder für Turniere können sie sich nun auch leisten. Die leuchtend gelben Dressen sind vom Taxiunternehmen 40100 zur Verfügung gestellt worden, am Rücken der Spieler prangt groß unser Schriftzug „Wiener Spendenparlament“.

Zur Zeit sind es ca. 50 Spieler, die mehr oder weniger regelmäßig zum Training kommen, wodurch die Mannschaft im Zusammenspiel gewonnen hat und sich verbessern konnte.  Die Mannschaft besteht nicht mehr nur aus Afrikanern, ein junger Ukrainer und ein Türke ergänzen das Team. Der Umgang mit dem taubstummen Türken stellte eine gewisse Herausforderung dar, jetzt ist er aber gut integriert.

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Die jungen Menschen sind mit Feuereifer dabei. Frau Omoregie ist von den Schmetterlingen überzeugt und rechnet immer wieder mit positiven Überraschungen in letzter Minute – und so war es auch an unserem „Besuchs-Samstag“: Das Spiel gegen Kamerun stand knapp vor Ende der Spielzeit 1:1 – da konnten die Schmetterlinge noch ein Tor schießen und das Match gewinnen!  Bravo!!

Frau Omoregie träumt von einem Vereinslokal, da Besprechungen und Treffen zur Zeit oft in ihrer 32 Quadratmeter kleinen Wohnung stattfinden, in der sie auch noch Ausrüstungsgegenstände und Unterlagen aufbewahrt. Sie hat vor einigen Jahren begonnen, sich für die Probleme der hier lebenden Afrikaner zu interessieren und sich vor allem mit den Vorurteilen gegen sie zu beschäftigen. Es fiel ihr auf, dass die vitalen, zum Nichtstun gezwungenen jungen Männer große Freude am Fußball haben. So entstand die Idee einen Fußballverein zu gründen.

In der Startphase hat „Frau Schmetterling“ vieles aus ihrer eigenen Tasche bezahlt und ist daher sehr froh, jetzt, dank des Wiener Spendenparlaments, über einen finanziellen Polster zu verfügen.

Verbunden mit dem Finale der Afrika Liga am 4. Juli gibt es ein Flüchtlingsfest auf dem ASKÖ