Romano Centro wurde 1991 als einer der ersten Roma-Vereine Österreichs gegründet. Im Romano Centro sind Roma unterschiedlicher Herkunft als MitarbeiterInnen vertreten, um sich gemeinsam für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Roma und gegen deren Diskriminierung einzusetzen. Schwerpunkte der Tätigkeit sind Bildung und Kultur.

Romano Centro steht Roma und Nicht-Roma offen. Seit September 2013 wird Lebens- und Sozialberatung für Frauen, Romnja und Sintize, angeboten.

„Das ist ein sehr spezifisches Zentrum“, sagt Frau Danijela Feichtinger (BA), die 20 Stunden in dieser Einrichtung als Sozialberaterin für Frauen und Männer arbeitet. Sie spricht Serbokroatisch und ihre Mutter ist Rom,- beides wichtige Voraussetzungen für ihre Arbeit.

Für die Menschen, die zu ihr kommen, bedeutet nämlich der Gang zu einem Amt eine große Hürde, da sie immer Angst haben, diskriminiert zu werden. Das Romano Centro ist ein geschützter Raum, in dem sie über alle ihre Probleme sprechen können. Und die sind vielfältig: Arbeit, Wohnung, Schule, Umgang mit Behörden….
Die Hilfesuchenden haben nie nur ein Problem, sondern immer mehrere. Oft wollen sie auch über ihre psychischen Belastungen sprechen und sind dankbar, hier ein offenes Ohr zu finden.

Zugang zum Arbeitsmarkt haben die meisten Rom zwar, aber sie brauchen Beratung, wenn es um die Durchsetzung rechtlicher Ansprüche und den Zugang zu staatlicher Hilfe geht. Oft haben sie auch Angst, dass das Jugendamt auf sie aufmerksam wird,und ihnen die Kinder wegnimmt, wenn sie aus der „Deckung“ kommen.
Häufig haben sie keine Ausbildung oder eine, die hier nicht anerkannt oder niedriger eingestuft wird. Eine geprüfte Krankenschwester z.B. kann dann nur als Pflegehelferin arbeiten. Prekäre Anstellungen in Reinigungsfirmen gehören zu den wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Gibt es Unterschiede zwischen den Problemen der Frauen und denen der Männer? Frauen geht es nie nur um sich selbst, sonder immer auch um die Familie und das Umfeld. Die psychosoziale Beratung ist ihnen wichtig.
Männern geht es hauptsächlich um ihre eigenen Probleme, wie Aufenthalt, Arbeit, Wohnung. Oft haben sie diverse Suchterkrankungen wie z.B. Spielsucht.

Manchmal vermittelt Frau Feichtinger auch zwischen den Generationen, wenn es auf Grund der mitgenommenen Traditionen und der Situation der Jugendlichen in der neuen Kultur zu Spannungen in den Familien kommt.

Trotz der vielen Probleme, mit denen sie sich auseinandersetzen muss, darf der Humor nicht zu kurz kommen, meint Frau Feichtinger. Lachen entspannt die Situation und nimmt den Stress.

Neben diesen Beratungen leistet das Romano Centro auch wichtige Arbeit im schulischen Bereich. So gibt es Roma-SchulmediatorInnen an ausgewählten Wiener Schulen, die von vielen Roma-Kindern besucht werden. Außerdem wird Lernhilfe angeboten, die in den Wohnungen der Kinder stattfindet, sodass auf die individuellen Lernbedürfnisse eingegangen werden kann.

 

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