Quartier10 schafft sozialen Mehrwert

„Man kann mit seinem Geld Aktien kaufen“, meint DSA Daniel Zimmermann, „oder damit sozialen Mehrwert schaffen.“ Das tut er, indem er jungen Erwachsenen zwischen 18 und 30 Jahren eine kleine Eigentumswohnung im 10. Bezirk – 2 Zimmer, Küche, Bad –  zur Verfügung stellt.

Er  bietet damit Wohnungslosen in schwierigen Lebenssituationen ein Zuhause, in dem sie selbstbestimmt leben, in Ruhe ihre Konflikte aufarbeiten und sich für einen Neustart vorbereiten können. Er  unterstützt sie dabei außerdem in seiner Freizeit durch regelmäßige sozialtherapeutische Betreuung. Er erspart ihnen durch dieses Wohnungsangebot die Stigmatisierung, die, wie er weiß, Menschen oft  durch die Unterbringung in Heimen und anderen Sozialeinrichtungen erfahren. In einer Wohnung zu leben, die man auch individuell gestalten, in die man Freunde einladen kann, erhöht das Selbswertgefühl und die Lebensqualität.

Das Projekt Quartier10  gibt es seit 2008. Es ist für die Bewohner als Übergangslösung gedacht, die Wohnung steht ihnen für ca 2 Jahre zur Verfügung, es müssen nur die Betriebskosten behahlt werden, keine Miete.

Wir hatten die Gelegenheit, die derzeitigen Bewohnerinnen, 2 junge Frauen aus Georgien, zu besuchen und mit ihnen zu sprechen. Sie haben die zwei kleinen Räume nach eigenen Vorstellungen gemütlich gestaltet und fühlen sich wohl in ihrem Zuhause. Nach Österreich gekommen sind sie mit einem Schülervisum, das ihnen eine geringfügige Beschäftigung erlaubt. Sie arbeiten derzeit als Kellnerinnen und besuchen, da ihre Deutschkompetenz schon recht gut ist, einen Deutschkurs für Fortgeschrittene und einen Englischkurs. Auch ein Computerkurs ist geplant.

Vorher hat ein junger Mann, Österreicher,  hier gelebt, der durch widrige familiäre Umstände völlig aus der Bahn geworfen worden war. Nach dem Tod seines Vaters fand er sich mit dessen Schulden belastet in einer völlig ausweglos scheinenden Lage. Mit Hilfe des Einsatzes von Herrn Zimmermann konnte eine Lösung gefunden werden und  der junge Mann lebt jetzt in einer Wohngemeinschaft.

Anwärter für das Quartier10 findet Herr Zimmermann durch seine beruflichen Kontakte  mit Organisationen wie z.B. SOS Mitmensch. Ob er mit seinem Engagement nicht auch ein  Risiko eingehe, wollen wir wissen. Er meint, das sei begrenzt und er habe bis jetzt keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Die Unterstützung dieser wohl einzigartigen  Privatinitiative von Herrn Zimmermann durch das Wiener Spendenparlament wurde zur Finanzierung von Weiterbildungskursen für die Bewohner von Quartier10 verwendet.