Träger: Verein Hunger auf Kunst und Kultur

„Hunger auf Kunst und Kultur“ haben auch sozial Benachteiligte, Menschen mit Behinderung und Menschen mit psychischen Problemen, doch sie haben oft nicht die Kraft, sich alleine das zu organisieren, was ihnen gut täte, z.B. ihren Kulturpass nutzen und einen Abend im Theater oder im Kino zu verbringen.

Das Wiener Spendenparlament hat daher 2010 das Projekt Social Assistance Service unterstützt, das diesen Menschen eine Begleitung zur Seite stellt, für die eine kostenlose Eintrittskarte zur Verfügung steht.

Das Arbeitsintegrationsprojekt für Menschen nach psychischen Krisen, „LAUBE“, hat sehr erfolgreich von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Frau Dr. Hania Kartusch-Holdmann, Pädagogin, Psychoanalytikerin und Leiterin des Projekts, hat uns bei unserem Besuch im Februar darüber berichtet:

„Damit so eine Begleitung überhaupt stattfinden kann, muss ein gemeinsamer Kulturbesuch erst vorbereitet und vereinbart werden. Für diese Aufgabe habe ich über die Ehrenamtsbörse eine/n Kulturcoach gesucht und gefunden. Unser Kulturcoach, – eine junge Schauspiel-studentin -, kommt alle 14 Tage zu uns, um für die kommenden 2 Wochen Vorschläge, meistens drei, für gemeinsame kulturelle Aktivitäten zu machen. Sie bereitet eine Anmeldeliste mit genauen Angaben zur Veranstaltung und zum Treffpunkt vor, und alle Interessierten tragen sich dort ein, wo sie dabei sein wollen. Sie erzählt auch Einiges zum Inhalt, sei es Theaterstück, Kinofilm oder Ausstellung, und macht damit Lust auf den gemeinsamen Kulturbesuch. Sie kümmert sich auch um die Reservierungen. In den Monaten Juni bis Oktober wurden durchschnittlich 6 Veranstaltungen pro Monat von jeweils 3-4 Personen gemeinsam besucht. Manchmal geht die Gruppe nach der Veranstaltung noch in ein Lokal.“

Ohne diese Begleitung würden die Betroffenen nicht zu diesen Veranstaltungen gehen, mit Begleitung tun sie es regelmäßig und sehr gern.

Das Projekt hat also einen mehrfachen positiven Effekt: Es aktiviert Menschen nach psychischen Krisen, die dazu neigen, sich zurückzuziehen und sich abzukapseln und bringt sie dazu, am öffentlichen Kulturleben teilzunehmen, und das in einer kleinen Gruppe von Menschen, denen sie vertrauen können, weil sie ähnliche Probleme haben.

Frau Dr. Kartusch freut sich, dass sich der Einsatz des „Kulturcoachs“ so gut bewährt hat, bedauert jedoch, dass seine Finanzierung mittels „Scheckheft“ von Hunger auf Kunst und Kultur nur mehr bis März gesichert ist.

Auch wir meinen, dass die Weiterführung nicht am Geld scheitern sollte. Vielleicht könnte ein Projekt „Kulurcoach“ beim WSP eingereicht werden.

Bericht von Erika Poeschl und Renate Schütz