„Es ist oft schwer oder unmöglich, die Situation der von Armut betroffenen Eltern grundlegend zu ändern, aber wenigstens die Kinder sollten die Chance für eine bessere Zukunft bekommen“, erklärt uns Frau Röthy, eine der beiden Mitarbeiterinnen der Stadtdiakonie Wien, mit denen wir ein sehr informatives Gespräch führen konnten.

Betroffen sind vor allem kinderreiche Familien und Alleinerzieherinnen mit schlechter Ausbildung, die infolge der permanenten Überforderung oft auch mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben.

Die Kinderbeihilfe wird in diesen Fällen meist dazu verwendet, die Familie über Wasser zu halten und kommt nicht den Kindern direkt zugute. In den letzten Jahren ist den Mitarbeiterinnen der Stadtdiakonie aufgefallen, dass die Mütter zu Schulanfang immer besonders nervös und angespannt waren. Die vielen zusätzlichen Ausgaben machen eine schwierige finanzielle Situation eben noch schwieriger. Das war 2008 der Anstoß für die „Aktion Schulanfang“.

Bisher konnten 103 Familien mit insgesamt 139 Kindern zu Schulbeginn mit einem Startgeld von 25 – 30 € pro Kind unterstützt werden.

Die finanzielle Unterstützung durch das Wiener Spendenparlament, die ja erst nach Schulbeginn eintraf, wurde zur Hälfte dafür verwendet, um benachteiligten Kindern die Teilnahme an Landschulwochen, Ausflügen, Projektwochen zu ermöglichen. Die Stadtdiakonie ist in Kontakt mit den Lehrern und den Elternvereinen, die es an einigen Schulen mit besonders hohem Ausländeranteil nicht gibt, und  ergänzt den jeweils fehlenden Betrag.

Damit wurde die soziale Ausgrenzung und Stigmatisierung der betroffenen Kinder verhindert, eine wichtige Grundlage für die Armutsbekämpfung und ein Beitrag zur Integration.