Der Verein NL40 zur Förderung des Menschen in seinem Bedürfnis nach Gesundheit, Kommunikation, Integration, Kunst und Kultur ist aus der engen Zusammenarbeit von 20 Gleichgesinnten entstanden, die aus unterschiedlichen Therapie- und Beratungsbereichen sowie aus dem Bereich der Kunst stammen.

Das OMA/OPA Projekt entstand im Rahmen des Vereins NL40 auf Initiative von Frau Dr. Dirnbacher, deren Mutter zwei Nachbarkindern beim Lernen half. Sie blühte dabei auf, wurde dann aber bald mutlos, weil sie, auf sich allein gestellt, bald an ihre Grenzen stieß. Es wurde daher ein Pilotprojekt gestartet mit 4 Kindern und 6 SeniorInnen, die durch Vernetzung mit einer Schule Lerrnmaterial und Rat bekamen.

Derzeit werden 70 Kinder von 135 SeniorInnen betreut. Dabei entwickeln sich bei den „Lernpärchen“ oft Beziehungen, die über die Lernhilfe und Wissensvermittlung hinausgehen. So besuchen Omas/Opas mit dem Kind manchmal ein Theater oder ein Museum. Es entstehen auch Kontakte zu den Familien der Kinder.
Der wichtigste Eckpfeiler des OMA/OPA Projektes besteht in der Begleitung der SchülerInnen / SeniorInnen Pärchen durch ein multiprofessionelles Team und einer Supervisorin. Zusätzlich ist 6 bis 8 Lernpärchen eine Betreuerin zur Seite gestellt.

Eine dieser Betreuerinnen war Frau Ayla Versnak, die jetzt ausschließlich mit den Kindern am Tonfeld arbeitet. In einem langen Gespräch mit Frau Ayla Versnak, – sie ist Kindergartenpädagogin und Lebens- und Sozialberaterin nach einer 3-jährige Ausbildung zur Tonfeldbegleiterin -, hatten wir die Möglichkeit, mehr über diese therapeutische Methode und ihre erstaunlichen Erfolge zu erfahren.

Wie muss man sich die Arbeit am Tonfeld vorstellen?
Ein Kasten mit Tonerde, eine Schüssel mit Wasser und zwei Menschen. Das Tonfeld symbolisiert die Welt, erklärt uns Frau Versnak. Das Kind soll sie im Wortsinn „begreifen“. Es begibt sich in einen greifenden, handelnden und schöpferisch gestaltenden Umgang mit dem Material und wird bei diesem Prozess begleitet. An der Körpersprache und dem Umgang mit dem Material erkennt Frau Versnak sehr schnell, welche Hemmungen und Blockaden das Kind hat und wo ihm etwas fehlt (z.B. der Vater). Sie gibt kleine Hilfestellungen, um den Prozess in Fluss zu halten. So half eine kleine Schildkrötenfigur einem Kind, das Tonfeld für sich zu erforschen.

Ein wichtiger Grundsatz: Die Kinder werden nie überfordert. Sie bestimmen selbst, wie weit sie gehen wollen. Sie bauen auf und zerstören auch wieder und schaffen es dabei, ihren Platz in der Welt zu finden. Was sie stört, können sie aus dem Tonfeld hinausstellen. Frau Versnak arbeitet derzeit mit 7 Kindern und kann von großen Erfolgen erzählen. So sehen wir auf einem Video einen 7-jährigen Buben aus Afghanistan, der nach schlimmen Erfahrungen in der Heimat und einer langen Flucht das Sprechen und Lachen verlernt hatte, sowohl in der Schule, als auch zu Hause. Dies änderte sich jedoch schon nach wenigen Sitzungen, sodaß sein Vater eines Tages überglücklich berichteten konnte: Er redet wieder!

Auf dem letzten Bild des Videos sieht man einen übers ganze Gesicht strahlenden Buben, der die Arme in die Höhe streckt.

Eine kleine Inderin kommt im Laufe der Therapie von der Erkenntnis: „Man kann überall auf der Welt den Himmel sehen“ zur Feststellung: „Überall auf der Welt gibt es einen Boden“. Sie hat also wieder Boden unter ihren Füßen gefunden.

Das Gespräch mit Frau Vesnak und Frau Dr. Dirnbacher hat uns davon überzeugt, dass die Arbeit am Tonfeld Kindern bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen hilft und ihnen Wege für die Zukunft weisen kann.
Die Zuwendung des Wiener Spendenparlaments sichert die Therapie für 8-10 Kinder.

 

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