Gespräch mit Frau Röthy und der Direktorin der Kooperativen Mittelschule, Brüßlgasse (22.04.2013)

„Endlich gibt’s was zu essen!“ ruft ein ca 12-jähriger Bub, als er in den Physiksaal stürmt und sich gleich auf das Jausenbuffett stürzen will. Ein Lehrer erinnert ihn ans Händewaschen, doch dann kann er sich auf den Teller legen, was er mag. Es gibt Brot, Butter und Honig, dazu Käse und viel Frisches: Gurken, Radieschen, Paprika, Äpfel. Alles geschnitten und appetitlich angerichtet. Auch Müsli und Cornflakes sind da, Milch und Kakao.

Der Physiksaal ist bestens geeignet für die Aktion. Alles ist verfliest, jeder Tisch hat ein Waschbecken, die Reinigung ist kein Problem. Schnell bilden sich Tischgruppen. Die Kinder essen mit sichtlichem Appetit, unterhalten sich, wirken entspannt und vergnügt.

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Wir sind in der Kooperativen Mittelschule in der Brüßlgasse im 15. Bezirk, der ersten Schule, in der die Stadtdiakonie das Projekt gestartet hat, nachdem festgestellt worden war, dass viele Kinder ohne Frühstück in die Schule kommen und auch keine Jause mit haben. Es wird jedoch niemand ausgeschlossen, die Kinder müssen nur angemeldet werden. Eine Lehrerin erzählt uns, dass in letzter Zeit öfter Kinder gekommen sind, die über großen Hunger klagten, aber nicht angemeldet waren. Auch die bekommen etwas.

Es geht bei diesem Projekt nicht nur darum, die Kinder satt zu bekommen. Wichtig ist vor allem das gemeinsame Essen, das in vielen Familien nicht mehr stattfindet. Wir erfahren, dass manchmal SchülerInnen kommen, die nicht essen, sondern nur dabei sein wollen.

Diese Schuljause ist auch eine gute Möglichkeit, die Kinder vom Junkfood weg zu bringen und ihnen gesunde Nahrung schmackhaft zu machen. Einige haben z.B. erst hier Radieschen kennengelernt und verspeisen sie jetzt mit Vergnügen. Sie helfen auch gerne mit beim Schneiden des Gemüses, beim Wegräumen und lernen dabei auch, wie man Lebensmittel aufbewahrt.

In einem Gespräch mit der Direktorin bekommen wir Hintergrundinformationen über die Schule: Die SchülerInnen kommen aus 36 verschiedenen Ländern, 90% sind nicht-deutscher Muttersprache.

Das Projekt der Diakonie kann nur realisiert werden, wenn auch die LehrerInnen mitmachen und sich als Mittagsaufsicht in der Pause zwischen Vormittags-und Nachmittagsunterricht zur Verfügung stellen.

Die Diakonie hat einer sehr günstige Einkaufsquelle. Einmal pro Woche wird an die Schulen die jeweils benötigte Menge geliefert. Mittlerweile findet die Aktion an 4 Schulen statt und ist für zwei Jahre durch Spenden gesichert.

 

Zur Homepage des Projekts „Lernen mit leerem Bauch? Geht nicht!“