Im Januar 2007 haben wir die Kontaktstelle für Alleinerziehende besucht und mit Frau DSA Elisabeth Wöran ein Gespräch geführt.

Sie erzählte uns, dass alles mit einem Leserbrief begonnen hat. Darin ging es um Scheidung, daraus folgend um die Situation von Alleinerziehenden und allen sich daraus ergebenden Problemen. Es wurde die Frage aufgeworfen: “Wir gehören doch auch zur Kirche – was tut die Kirche für uns?”

So sind vor 27 Jahren die Samstagtreffen für Alleinerziehende entstanden. Sehr bald wurde den Verantwortlichen aber klar, dass professionelle Beratung notwendig ist und so gibt es seit ca. 25 Jahren ein regelmäßiges Beratungsangebot.

Frau Wöran ist seit ca. 10 Jahren dabei und kann feststellen, dass der Strom von Ratsuchenden in den letzten 3-5 Jahren enorm zugenommen hat. Menschen erfahren durch Mundpropaganda oder über Pfarren von der Kontaktstelle und der Möglichkeit der Beratung.

Es gibt vom Ministerium eine Förderung für weitere Beraterinnen neben Frau Wöran. Hauptzuständig für diesen Problembereich ist das Jugendamt. Dort gab es früher für Notfälle auch wirtschaftliche Hilfen. Diese finanzielle Unterstützung, wie Lebensmittelgutscheine, Übernahme von Mietrechnungen vor einer möglichen Delogierung etc. wurde aber vor ca. 2 Jahren eingestellt.

Es gibt beim Sozialreferat ebenfalls Beratungstermine für Hilfe suchende Alleinerziehende, doch dort ist die Wartezeit oft länger als 1 Monat. In der Zwischenzeit wenden sich die Ratsuchenden oft an die MitarbeiterInnen der Kontaktstelle für Alleinerziehende und diese bemühen sich um eine Überbrückung der finanziellen sowie emotionalen Notlagen.

Frau Wöran und eine Sekretärin sind von der Diözese Wien angestellt (zusammen 40 Std. in der Woche). Auch die gesamte Infrastruktur stellt die Diözese zur Verfügung. Es gibt aber keinen Spendentopf, aus dem Unterstützungen entnommen werden können. Darum ist Frau Wöran über die € 2.700,– vom Spendenparlament sehr froh, denn so können sie in Notfällen Lebensmittelgutscheine ausgeben, eventuell eine Rate bei Mietrückständen oder eine Zahlung für Gas bzw. Strom übernehmen. Es gibt aber kein Bargeld. Die Höhe einer (einmaligen) Unterstützung bewegt sich zwischen € 80,– und € 200,-. Wenn jemand anruft, seine Probleme umreißt und um einen Beratungstermin bittet, wird sofort darauf hingewiesen, dass alle Unterlagen ( Meldezettel, fällige Rechnungen, Alimente…) mitzubringen sind. Oft geht es einfach einmal darum, Delogierungen abzuwenden. Die Beraterinnen haben einen sehr guten Überblick, wo überall Hilfen in Anspruch genommen werden können. Alleinerziehende mit finanziellen Problemen müssen auch verpflichtend einen Termin bei der Schuldnerberatung ausmachen.

Frau Wörans Resumee: Der Trend der heutigen Zeit ist wohl der, dass nichtstaatliche Hilfe und Unterstützung immer wichtiger wird, weil die Hilfe der öffentlichen Stellen immer weniger Geld haben.