Besuch beim Jugendfußball-Projekt der Heilsarmee im Maxx-Sportcenter,
Jedlersdorferstraße 94 im 21. Bezirk am 9.November 2008.

Nicht sehr einladend, um nicht zu sagen trostlos, ist die Gegend um die Brünnerstraße an diesem grauen Sonntagnachmittag. Die Straßen sind fast menschenleer.

Nicht so im Maxx-Sportcenter. Dort können junge Leute jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr mit einem ausgebildeten Trainer, Herrn Sörensen, Fußball spielen. Zwei bis dreimal im Monat kommt eine Gruppe junger Afrikaner aus einem Asylantenheim, doch heute sind nur Österreicher hier, ungefähr zehn. Sie wohnen in der unmittelbaren Umgebung des Centers bzw. in der Großfeldsiedlung. Herr Sörensen weiß, dass die meisten in ziemlich desolaten Familienverhältnissen aufwachsen. Viele Mütter sind Alleinerzieherinnen. Doch darüber reden die Burschen nicht viel, höchstens im privaten, persönlichen Gespräch, bei den Jugendabenden der Heilsarmee zum Beispiel.

M., 22, spielt seit April in der Mannschaft. Es gefällt ihm, daher hat er auch seinen 18-jährigen Bruder mitgebracht. Die beiden wirken recht offen, scheinen sich zu freuen, dass sich jemand für sie interessiert. S., 16, ist schon seit einem Jahr dabei. Im August hat er seine Arbeit verloren, man hat ihn „rausgeschmissn“, wie er selbst sagt. Herr Sörensen kann sich vorstellen, dass es nicht einfach mit ihm ist. Seine verbalen Aggressionen richten sich vor allem gegen seinen Vater, der die Familie verlassen hat. Auch S. ist mit seinen 14-jährigen Bruder hier.

„Sie würden an den Sonntagen nur herumhängen, wenn sie nicht hierher kommen könnten“, meint Herr Sörensen. Beim Sport können sie sich austoben, Gemeinschaft erleben und ihre Probleme eine Weile vergessen.

Da der Platz in der Halle nicht sehr groß ist, bestehen die Mannschaften aus je fünf Spielern. Nach zehn Minuten wird gewechselt. Heute wird gegen eine Jugendgruppe aus dem 16.Bezirk gespielt.

Es macht Spaß ihnen zu zuschauen. Die jungen Leute spielen mit vollem körperlichen Einsatz und hörbarem Vergnügen, Herr Sörensen mitten unter ihnen. Johann, selbst Trainer und freiwilliger Helfer, verfolgt das Spiel als Schiedsrichter. Nicht ohne Stolz berichtet er, dass während der Europameisterschaft erfolgreich Turniere gegen Mannschaften von Erwerbsarbeitslosen gespielt wurden.

Das Motto des Projekts
„FUSSBALL-LUST statt LEBENS-FRUST
scheint voll aufzugehen.

Erika Poeschl