In Österreich lebende schwarze Frauen müssen sich vielen Herausforderungen stellen. Sich mit diesen auseinanderzusetzen und die Bedrfnisse dieser Frauen zu erforschen hat sich die Non-Profit Organisation AFRA zur Aufgabe gemacht. Sie ist aus der Organisation SFC-Schwarze Frauen Community hervorgegangen. Der unmittelbare Anlass war der Unmut nach dem Tod von Cheibani Wague im Jahre 2003.

Ein Hauptanliegen von AFRA ist der Abbau von Vorurteilen. So wurde im Dezember 2006 eine Kampagne gestartet. Eine Plakataktion stellte die gängigen Meinungen über schwarze Menschen so überspitzt dar, dass sie sich selbst ad absurdum führten. Auch an Schulen gab es Aktivitäten zu diesem Thema. Dies alles fand ein breites Echo in den Medien (150 Presseschaltungen).

EU-Jahresthema 2007 -für Chancengleichheit hat der Verein AFRA aufgegriffen, um an einem EU-Projekt federführend mitzuarbeiten. An einem Kongress, der in Wien stattfand, beteiligten sich 100 schwarze Frauen aus 16 EU Mitgliedsstaaten, der Schweiz und den USA. Derzeit arbeiten 12 gewählte Frauen an Strukturen für ein europaweites Netzwerk. Ziel ist es, durch Untersuchungen, Beobachtungen und Forschungstätigkeit an fundiertes Zahlenmaterial zu kommen ,das die Grundlage für Stellungnahmen und Empfehlungen an öffentliche Stellen bilden soll.

Wir haben den Eindruck, dass dieses EU-Projekt mit großer Professionalität verfolgt wird, aber auch in Össterreich gibt es sehr interessante Aktivitäten.

Das Projekt MIMPOL (Migrantinnen machen Politik) hat das Ziel, Migrantinnen allgemein für Politik zu interessieren, sodass sie dann aktiv daran teilnehmen können. Es sollen aber nicht nur Afrikanerinnen angesprochen werden, auch Frauen aus dem Iran, den Philippinen und der Trkei werden sich beteiligen. So werden, als nicht unbedeutender Nebeneffekt, auch die verschiedenen Communities zusammengebracht.

35% der Österreicher und Österreicherinnen haben Migrationshintergrund, aber um ihre Vertretung in den politischen Organisationen ist es schlecht bestellt. Im Nationalrat z.B. ist niemand aus dieser Bevölkerungsgruppe zu finden. Dem Projekt MIMPOL geht es daher darum, in den Parteien Platz für Migrantinnen zu schaffen.

Vom 30. Mai bis 30. Oktober ist dazu folgendes geplant: In einer Reihe von Vorträgen sollen die Teilnehmerinnen die Parteien kennenlernen und Informationen ber die politische Landschaft Österreichs bekommen.

Geplant sind außerdem Exkursionen in den Gemeinderat und den Nationalrat, Gespräche mit den drei NationalratspräsidentInnen und den politischen Organisationen.

Das AMS wird sich anschließen und die Sozialpartner haben sich dem Projekt schon angeschlossen.
Bei den Migrantinnen ist Interesse vorhanden und auch Mentorinnen, (Nationalratsabgeordnete, Gemeinderätinnen, etc) die diese begleiten sollen, haben sich schon gemeldet.

Das Wiener Spendenparlament unterstützt eine Studie über Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus der Sicht von schwarzen Migrantinnen.

Schwarze Migrantinnen werden in mehrfacher Weise in ihren Lebenschancen beschnitten: Die Öffentlichkeit sieht sie entweder in der Opferrolle oder als Ausnutzerinnen des Sozialstaates. Ihre Qualifikationen und Kompetenzen werden nicht wahrgenommen. Falls sie überhaupt arbeiten drfen, werden sie meistens in Arbeitsverhältnisse gedrängt, die ausbeuterisch sind und ihren Qualifikationen nicht entsprechen.

Die geplante Studie soll Zahlen und Fakten bringen, die die konkreten Bedrfnisse der Frauen erfassen. Die Ergebnisse werden Grundlage für Lösungsvorschläge sein, mit denen man dann in Politik und Wirtschaft eine fundierte Diskussionsgrundlage hat.

Bis Ende dieses Jahres wird der Bericht fertig sein und in einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert werden.

Für heuer ist noch folgendes geplant:
•    Picknick für schwarze Frauen mit Kindern
•    Info-Veranstaltungen zu den Themen Schul- und Gesundheitssystem, Umgang mit Rassismus im Alltag

Das Gespräch haben wir mit Frau Beatrice Achaleke geführt. Sie ist vor vierzehn Jahren aus Kamerun nach Österreich gekommen, um Soziologie zu studieren. Sie hat zwei kleinere Kinder und weiß daher, wie wichtig es ist, als Mutter in Schule und Kindergarten präsent zu sein. Die Beschäftigung mit den Problemen der Black Community ist mittlerweile ihr Interessensschwerpunkt geworden. Für sie ist es sehr wichtig, selbst aktiv zu werden und nicht darauf zu warten, dass etwas geschieht.

Die Organisation AFRA hat ehrenamtliche MitarbeiterInnen für: Begleitung zu Ämtern, Hilfe bei Buchhaltungsfragen, Gestaltung der Newsletter, Recherchen im Internet, Redaktion des Jahresberichtes, Suche nach größeren Räumlichkeiten.

Vielleicht hat jemand aus unserem SpenderInnenkreis Zeit und Interesse.