Frauenkreis1Diesmal sind zwei Afghaninnen, drei Syrerinnen, eine Inderin und drei Österreicherinnen dabei. Sie werden gleich auf die Fotos aufmerksam gemacht und sollen jeweils ein Foto aussuchen. Damit soll eine Fotocollage gemacht werden, die, im Eingangsbereich aufgehängt, anderen Frauen Lust aufs Mit-Tun machen soll. Das Aussuchen der Fotos ist die Gelegenheit, die verschiedenen Veranstaltungen Revue-passieren zu lassen. Auf einem Packpapier-Plakat, auf dem alle Veranstaltungen aufgeschrieben sind, dürfen die Frauen nun 3 Punkte verteilen. Welche Veranstaltung wird wohl das Rennen machen? Ex-equo liegen Yoga und Singen und Tanzen.

In der nun folgenden Pause gibt es Baklava, Nüsse, Erdbeeren und Tee. Das zieht auch die Kinder an und sie stibitzen sich ein paar Erdbeeren.

Anschließend werden die Liedermappen verteilt und es wird gemeinsam gesungen mit Gitarrenbegleitung von Fr. Siegert. Es ist eine bunte Mischung aus arabischen, afghanischen und deutschen Liedern. Auch ein gejodelter Kanon ist dabei: „Dje dü ei ho….“. Das funktioniert recht gut und eine syrische Frau will dann diesen Jodler noch einmal allein vorsingen. Auf allgemeinen Wunsch wird zum Abschluss „Heut ist der schönste Tag in meinem Leben“ gleich zwei mal gesungen. Dieses Lied ist der Gruppen-Hit.

Dann schreiten wir zum Tanz. Die arabischen und afghanischen Tänze machen den Frauen sichtlich Spaß. Auch die Kinder schleichen sich an, um zuzuschauen. Manchmal müssen sie furchtbar lachen, was ihre Mütter aber gar nicht stört. Ein afghanischer Bub, etwa 12 J. alt, lässt sich sogar dazu bewegen mitzumachen und erntet viel Applaus. Einer Afghanin macht das Tanzen so viel Freude, dass sie ihr locker geschwungenes Tuch abnimmt und ihre Haare auflöst, um so den Moment des Wohlgefühls zu genießen. Sie tanzt mit Frau Siegert sogar zu einer Polka und macht das sehr gekonnt.Frauenkreis3

In der Runde gibt es auch Gelegenheit, über alles Mögliche zu reden. So etwa über die unterschiedlichen Sprachen in Afghanistan. Es fällt der Vergleich zwischen dem Bayrischen und Plattdeutsch. Eine Afghanin stellt fest, dass Bayrisch dem österreichischen Deutsch nahe ist. Sie schaut immer eine bestimmte TV-Serie aus Bayern und versteht dabei jedes Wort. Sie ist seit zwei Jahren in Österreich und spricht wirklich sehr gut. Sie ist es auch, die bei einer abschließenden Gesprächsrunde sagt, dass die Frauenrunde für sie „Seelenmassage“ ist. Auch wenn sie einmal viel zu tun hat, will sie unbedingt kommen.

Frauenkreis2Frau Siegert möchte gerne mit den Frauen weitermachen, aber es ist sehr schwer Unterstützung zu bekommen. Sie hat bei der MA 17 (Integration und Diversität) angefragt, aber für Singen und Tanz fühlt sich diese Abteilung anscheinend nicht zuständig. Bis jetzt wird zwar nur ein kleiner Kreis erreicht, doch für die Frauen, die kommenm ist er sehr wichtig.

Ich konnte auch vom Sprachencafe (Station Wien) erzählen – zwei Frauen möchten mitmachen, um ihr Deutsch zu trainieren.

Die Unterstützungssumme, die das Spendenparlament gegeben hat, ist wirklich gut angelegt. Was kann es Besseres geben, als dass sich Menschen öffnen, um in einer neuen Kultur anzukommen?

Renate Schütz