Am 13.03.09 waren wir zur Wochenreflexion bei  space!lab im WUK eingeladen.  Die jungen Leute haben ihre Wecker, die ein Teil des Startpakets sind, das mit dem Geld vom Spendenparlament angeschafft wird, vor sich stehen.  Ein Wecker ist ein sehr wichtiges Utensil, denn eines der Hauptprobleme  dieser Jugendlichen ist es, in der Früh aus den Federn zu kommen.

space!lab ist ein arbeitsmarktpolitisches Projekt des WUK und der Volkshilfe Beschäftigung (VHB), das jungen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern soll. Während  der Einstiegsphase (1 Monat) gibt es neben der Vermittlung von fachlichen Grundlagen Kommunikations- und Bewegungstraining sowie Berufsorientierung. Einmal pro Woche wird gemeinsam gekocht und gegessen.

In der nächste Phase, dem Arbeitstraining (1 Monat), steht das praktische Ausprobieren von Fähigkeiten im Vordergrund. Dies ist z.B.  in der Holz- bzw. Metallwerkstatt des WUK möglich. Ab April wird es auch ein Angebot geben, Siebdruck zu erlernen.

In der 3. Phase, der Beschäftigung, gibt es Angebote für Grünraumarbeit (in Zusammenarbeit mit der MA 42), Sanierungen, z.B. in einem Jugendzentrum, im WUK und im KHM. Derzeit sind 24 TeilnehmerInnen in Beschäftigung.

Anschließend gibt es noch eine dreimonatige Phase der Nachbetreuung, die nicht von allen in Anspruch genommen wird.

Alle 2 bis 3 Monate startet ein neuer Kurs mit 16 bis 17 TeilnehmerInnen. Derzeit sind 1/3 davon Mädchen. Ziel ist es, die 50% Marke zu erreichen. Mädchen „verschwinden“ häufig vom Arbeitsmarkt, erklärt Herr Trauner.

Das AMS übernimmt im ersten Monat  die Deckung des Lebensunterhalts und dann sind die Kursteilnehmer mit 30 Stunden teilzeitbeschäftigte Transitarbeitskräfte und voll versichert.

Der Koordinator des Projektes, Herrn DSA  Christoph Trauner, findet es wichtig, dass in diesen 6 Monaten ein Bildungsprozess in Gang kommt. Dazu sind nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern auch sozialpädagogische Zugänge notwendig. Es ist nicht immer leicht, den Vorstellungen des AMS und gleichzeitig  den Bedürfnissen der jungen Menschen gerecht zu werden.

Seiner Erfahrung nach sind 80% im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemüht, den Anforderungen zu entsprechen. Oft scheitern sie jedoch in der Praxis, sie haben zu wenig persönliche Ressourcen um durch zu halten. So kann z.B.   ein Jugendlicher oft nicht kommen, weil er die Mutter vor dem alkoholabhängigen Vater schützen  und manchmal auf seine kleinen Geschwister aufpassen  muss. Für manche ist die Flucht in die Krankheit eine Reaktion auf Stress. Wenn sie es schaffen, den Krankenstand ordnungsgemäß anzumelden bzw. zum Arzt zu gehen, so ist das schon ein Erfolg.

Manchmal scheitert eine Anstellung auch an fehlenden Dokumenten. Daher ist es den Mitarbeitern von space!lab wichtig,   dass eine Dokumentenmappe Teil des Startpaketes ist.

Von den  8 MitarbeiterInnen werden 4 von Volkshilfe Beschäftigung, 4 vom WUK angestellt.  Eine Sozialarbeiterin und eine Pädagogin sind für das Case Management zuständig. Diese beiden arbeiten nicht nur mit den Jugendlichen, sondern bemühen sich auch um die Koordination aller Akteure und Einrichtungen, wie z.B. Bewährungshilfe oder Sozialamt, um Doppelgleisigkeiten  zu vermeiden. Für einige junge Menschen, die zu bedingten Haftstrafen verurteilt wurden, ist space!lab die Alternative zum Gefängnis.

Space!lab bekam vom Spendenparlament Mittel für die Anschaffung eines Startpakets, einen Rucksack mit Dokumentenmappe, Wecker, Stadtplan… Wie schon öfter, bewahrheitete sich während der Spendenparlamentssitzungn der Spruch, „Durch`s Reden kommen d`Leut z`samm“.  Durch Tipps vom „Regenbogenhaus“ bekam space!lab Rucksäcke und Stadtpläne geschenkt, wodurch die Geldmittel vom Spendenparlament nun für andere wichtige Dinge verwendet werden können.