Eine Erfolgsgeschichte

Wir treffen uns mit Frau Hornstein, der Initiatorin des Projekts happy.thankyou.moreplease!! im Lagerraum des Vereins in der Gudrunstraße, in der sich jetzt auch der Happy.Market befindet. Es ist eine ehemalige Kegelbahn, die mit einem Holzboden abgedeckt ist. Darauf stehen lange Reihen beschrifteter Regale mit Kleidungsstücken für Mädchen, Buben und Erwachsene, alle geordnet nach Größe und Alter. Alles Spenden, die von zahlreichen freiwilligen Helfern sortiert und geschlichet werden. Nur Unterwäsche und Schuhe werden gekauft. In einer anderen Reihe finden sich Hygieneartikel. Auch sie werden gekauft bzw. von Firmen gespendet.

2016_Besuchsbericht Happy_WEBDie Asylwerber können nach Anmeldung per Telefon oder E-mail hierher kommen und sich aussuchen, was sie brauchen. Im Nebenraum stehen Pakete mit bestellten Waren, die an Flüchtlingsunterkünfte in Wien geliefert werden, wofür von VW und Citroen zur Verfügung gestellte Kleintransporter verwendet werden. Alles scheint zu funktionieren wie in einem gut organisierten Unternehmen.

Erstaunt hören wir, wie das alles angefangen hat: Im vergangenen Sommer beschloss Frau Hornstein nach einem Aufruf, sich für die Flüchtlinge in Traiskirchen zu engagieren. Sie kontaktierte ihre FreundInnen und Bekannten und bat sie um Sachspenden, die sie dann mit dem Auto nach Traiskirchen bringen würde. Was sie damit auslöste, hatte sie nicht vorhergesehen, nämlich eine Lawine der Hilfsbereitschaft. In kurzer Zeit glich ihre Wohnung einem Warenlager und es meldeten sich so viele Freiwillige, dass sie eine Seite auf Facebook gründete, um alle zu informieren und die Hilfsaktionen zu koordinieren.

Bald schon arbeitete sie mit Frau Sophie Pollak zusammen, die sich in Traiskirchen sehr engagiert hatte. Nach zwei Monaten verteilte man die Spenden nicht mehr willkürlich, sondern ging zu einem Bestellsystem über: Die Flüchtlinge in Traiskirchen konnten ab da ihre Wünsche bekanntgeben, bekamen eine Nummer und konnten dann damit das individuell zusammengestellte Paket in Empfang nehmen.

Bald bildete sich eine Gruppe von HelferInnen, die gemeinsam Konzepte und und Strukturen entwickelte und Aufgaben verteilte zB. Depotverwaltung, Koordinierung der Fahrergruppe, Kommunikation über E-mail und Facebook, PR, Finanzen. Zur Unterstützung der Flüchtlinge beim Asylverfahren war es notwendig, sich rechtliche Grundinformationen darüber anzueignen.

Da neben Sach- auch Geldspenden kamen, erfolgte im September die offizielle Vereinsgründung und die Eröffnung eines Spendenkontos. Ein erstes großes Depot hatte die Initiative im 9. Bezirk. Das Spendenaufkommen war ernorm. Als man im Oktober in die Gudrunstraße übersiedelte, mussten 4 LKWs be- und entladen werden. Nach einem Aufruf über Facebook meldeten sich dafür spontan 30 bis 40 HelferInnen.

Neben der Versorgung über den Happy.Market bekommen die Flüchtlinge weiterhin bestellte Pakete in die Unterkünfte geliefert, da nicht alle den weiten Weg in die Gudrunstraße machen können.

Auch Flüchtlinge selbst sind inzwischen verlässliche MitarbeiterInnen, sowohl im Depot als auch als DometscherInnen. Für sie ist diese Tätigkeit eine willkommene Abwechslung ihres meist wenig abwechslungsreichen Alltags.

Inzwischen sind die ersten HelferInnen eingetroffen, denn bald werden die Marktkunden kommen und auch die Pakete müssen ausgeliefert werden.

 

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